Dein Instagram-Profil als Visitenkarte: Was du in 5 Sekunden vermitteln solltest
Deine potenziellen Kund:innen sehen dein Reel, klicken auf dein Profil, scrollen kurz und entscheiden innerhalb von fünf Sekunden, ob es passt und sie dir folgen.
In diesem Moment ist dein Profil deine Visitenkarte. Es entscheidet darüber, ob jemand bleibt, folgt oder weiterzieht. So nutzt du den Moment der Sichtbarkeit und schaffst einen klaren Eindruck, der deine Zielgruppe anspricht.
Dein Profil ist wichtiger als einzelne Posts
Viele Selbstständige fokussieren sich auf ihren Content und schärfen nicht ihr Fundament nach. Zwar erlangst du die Aufmerksamkeit von Interessierten durch deine Posts oder Reels, aber dein Profil entscheidet dann, ob jemand bleibt, folgt oder wieder geht.
Einmal klar aufgesetzt, spart dir ein gutes Profil viel Erklärungsarbeit im Content. Es sagt genau aus, wer du bist, wofür du stehst, wen du ansprichst und wobei du unterstützt.
Bevor du jedoch über Texte und Design nachdenkst, braucht es zuerst Klarheit.
Die zentrale Frage: Was soll in fünf Sekunden klar sein?
Wenn jemand dein Profil sieht: Was soll er oder sie sofort verstanden haben?
Um diese Frage zu beantworten, gehe einmal folgende vier Fragen durch und beantworte sie dir selbst so klar und kurz wie möglich:
- Wen soll dein Profil ansprechen?
- Wobei hilfst du konkret?
- Warum sollte man dir folgen?
- Wie fühlt sich die Zusammenarbeit mit dir an?
Denke dabei noch nicht an dein Instagram-Profil, sondern ganz generell über dein Business nach. Diese Punkte gehören zur Basis deiner Positionierung und sollten klar sein, bevor du über Content nachdenkst. Wenn du wissen möchtest, warum Positionierung so wichtig für dein Marketing ist und wie du sie angehen kannst, lies hier meinen Artikel dazu.
Die Bausteine deines Profils und wie sie wirken
Deine Antworten stehen? Perfekt, dann lass uns schauen, wie du sie in dein Instagram-Profil übersetzt und wie die einzelnen Bausteine wirken.
Profilbild: Wiedererkennbar statt perfekt
Der erste Blick fällt auf dein Profilbild. Als professioneller Account solltest du klar mit deinem Gesicht zu sehen sein und bestenfalls in die Kamera schauen. So fühlt sich dein Kunde bzw. deine Kundin direkt angesprochen. Am besten eignen sich Nahaufnahmen vor einem einfachen, neutralen Hintergrund. Wichtiger als ein professionelles Foto ist hier deine Wiederkennbarkeit. Ein häufiges Wechseln ist daher nicht empfehlenswert.
Das Bild sollte gut ausgeleuchtet und in hoher Qualität sein. Lege dein Foto im quadratischen Format an und achte auf eine ausreichend hohe Auflösung.
Es gibt auch Ausnahmen, wie zum Beispiel das Nutzen des Logos oder ein gesichtsfreies Profil. Dies kann in Ausnahmesituation passend sein. Gern können wir diesen Fall im 1:1-Gespräch genauer anschauen.
Instagram-Name und Profilname: Klar vor kreativ
Neben deinem Foto sieht der oder die Interessierte deinen Instagram-Namen und Profilnamen. Dein Instagram-Name oder auch Benutzername steht ganz oben und ist der Name, mit dem du mit einem @ getaggt, also verlinkt, werden kannst. Dieser Name kann nur einmal vergeben werden bei Instagram. Es ist daher möglich, dass die Kombination aus deinem Vor- und Nachnamen schon vergeben ist. Das ist nicht schlimm, da du im Instagram-Namen auch dein Keyword integrieren kannst, zum Beispiel „@vornamenachname_floristin“. Mach den Namen jedoch nicht zu lang und nutze nicht zu viele Zahlen oder Unterstriche, damit dein Profil einfach zu teilen ist.
Im Profil selbst kannst du einen anderen Namen angeben. Der Profilname stehtrechts neben deinem Profilbild und über der Angabe zu deinen Beitrags- und Followerzahlen. In den meisten Fällen sollte bei dir als Selbstständige:r hier dein Klarname – also Vor- und Nachname – stehen. Du hast hier etwas mehr Platz und solltest daher noch so kurz wie möglich deine Nische oder Dienstleistung und bestenfalls deine Zielgruppe integrieren. Du bist sowohl über deinen Instagram- als auch über deinen Profilnamen suchbar.
Bio: Weniger erklären, mehr zeigen
In deiner Bio kannst du nun genauer ausführen, für wen du was anbietest. Hier ist kein Lebenslauf, also keine vergangenen Stationen wichtig. Beantworte hier die Fragen: Für wen bietest du was an? Und welchen Nutzen hat deine Zielgruppe?
Außerdem sollte hier ein Call-to-action, also eine Aufforderung an deine Zielgruppe stehen. Sollen sie einen Termin buchen, einen Artikel lesen oder ein Produkt kaufen? Schreib es kurz hin und weise dann im Link genau dahin, wo sie diese Handlung ausführen können.
Wenn es passt, kann du optional deine Haltung oder Arbeitsweise kurz ergänzen. Beachte, dass du nur 150 Zeichen zur Verfügung hast.
Erster Eindruck im Feed: Ruhe, Thema, Ton
Und ja, auch dein Feed – also die Sammlung deines Contents – macht einen ersten Eindruck. Am ruhigsten wirkt er, wenn sich deine Botschaften und Brandfarben schnell erkennen lassen. Benutzt du immer dieselbe Ansprache, spricht das gleich Thema an und hast eine gewisse Haltung? Dann wirkt dein Feed in sich schlüssig. Auch hier gilt: Es muss nicht perfekt und inszeniert aussehen, sondern die Zielgruppe muss sich angesprochen fühlen und schnell verstehen, worum es bei dir geht und welchen Nutzen sie von deinem Angebot hat.
Typische Denkfehler beim Profil-Aufbau
Alles schön und gut, magst du denken, aber bei dir ist das schwieriger. Keine Angst, so geht es vielen Selbstständigen. Ein Problem liegt oftmals darin, dass man das Gefühl hat, alles unterbringen zu wollen. Das brauchst du nicht. Dein Profil ist viel mehr wert, wenn du es auf den Punkt bringen kannst, was du anbietest und wofür du stehst. Für alles andere hast du Platz in deinem Content.
Wenn dir dein Angebot zu komplex erscheint, um es im Profil zu benennen, richte den Blick auf den Nutzen für deine Zielgruppe. Entscheidend ist nicht, wie dein Angebot aufgebaut ist, sondern welche Erleichterung es schafft.
Viele Selbstständige denken zudem, dass sie erst einmal mehr Reichweite aufbauen müssten, um sich im Profil klar festzulegen. Sie wollen erst einmal offen genug bleiben, um viele potenzielle Kund:innen anzusprechen. Das ist leider ein Denkfehler. Denn das hält dich davon ab, diejenigen zu erreichen, die für dein Angebot relevant sind. Ein Profil, das für alle offen bleiben soll, bietet oft zu wenig Orientierung für die Richtigen. Mehr über die Zielgruppenschärfung kannst du in diesem Artikel nachlesen. Dein Profil sollte also so früh wie möglich klar sein, damit du mehr Reichweite aufbauen kannst
Mini-Check: Dein Profil in 5 Sekunden prüfen
Du kannst vor und nach deiner Profil-Überarbeitung den folgenden kleinen Selbsttest durchführen.
- Öffne dein Instagram-Profil.
- Nimm dir nur fünf Sekunden Zeit und schaue dir dein Profil an.
- Schließe das Profil und beantworte folgende Fragen:
- Worum geht es hier?
- Für wen ist das Profil?
- Würde ich folgen? Warum oder warum nicht?
Je nachdem, wie klar dein Profil gestaltet ist, kannst du nun genau an den Stellen nachjustieren, die bisher unklar waren.
Fazit: Klarheit kommt vor Optimierung
Good news: Deine Instagram-Visitenkarte kannst du jederzeit anpassen und es ist kein hoffnungsloser Fall. Setze die Tipps um und sorge dafür, dass sich dein Profil gut und ruhig anfühlt. Es muss zu dir passen und dein Angebot spiegeln, nicht perfekt und Hochglanz sein. Merke dir: Sichtbarkeit beginnt nicht beim Posten, sondern beim gesamten Eindruck.
Genau hier setzt strategische Begleitung an. Wenn du deine Kommunikation insgesamt klarer und strukturierter aufstellen möchtest, kannst du in einem kostenlosen Kennenlerncall herausfinden, wo du gerade stehst und welche nächsten Schritte sinnvoll sind.
